Was bedeutet Open Data?

Open Data steht für die Idee, Daten frei zugänglich und nutzbar zu machen und so Entwicklungen zu unterstützen, die einen Gewinn für die Allgemeinheit bedeuten können.

Was bedeutet Open Data?

Definition für Open Data:

Daten sind dann offen, wenn es keine rechtlichen, technischen oder sonstigen Kontrollmechanismen gibt, die den Zugang, die Weiterverarbeitung und die Weiterverbreitung dieser Daten einschränken. Der Zugang, die Weiterverarbeitung und die Weiterverbreitung soll jedermann und zu jeglichem Zweck, auch kommerziellem, ohne Einschränkungen und Diskriminierung und ohne Zahlung von Gebühren möglich sein (Daniel Dietrich).

Was zeichnet offene Daten aus?

Daten, die im Sinne von Open Data veröffentlicht werden, werden offen zur Verfügung gestellt, damit sie frei genutzt, weiterverarbeitet und verbreitet werden können. Diese Daten sind daher primär sogenannte Rohdaten, also z.B. eine Tabelle, in der alle Vornamen von Hamburgerinnen und Hamburgern nach Geburtsjahr und Stadtteil aufgeführt werden. Weitere Beispiele für Rohdaten, die offen zur Verfügung gestellt werden könnten, sind:

  • Wetterdaten
  • Geodaten
  • Umweltdaten
  • Verkehrsinformationen
  • Statistiken
  • Medizinische Forschungsergebnisse

In den „Zehn Prinzipien offener Regierungsinformation“ der Sunlight Foundation ist festgehalten, wodurch sich offene Daten auszeichnen. Sie sind demnach leicht zugänglich, maschinenlesbar und diskriminierungsfrei, also allen Personen jederzeit zugänglich. Offene Daten können aus verschiedenen Quellen, z.B. aus der Verwaltung, aus Hochschulen oder der Privatwirtschaft, stammen und von ihnen freiwillig veröffentlicht werden. Darüber hinaus sollten offene Daten vollständig vorliegen, Primärquellen sein und zeitnah zu ihrer Entstehung zur Verfügung gestellt werden. Damit eine umfassende Nutzung der offenen Daten möglich ist, werden die Daten kostenfrei und dauerhaft zur Verfügung gestellt, offene Standards verwendet (z.B. Formate, deren Nutzung nicht an kommerzielle Programme gebunden ist) und eine offene Lizenzierung gewählt.
Der Grad der Offenheit von Datensätzen kann anhand des „Fünf-Sterne-Modells“ von Sir Tim Berners-Lee, zitiert nach Dietrich, veranschaulicht werden:

kein SternDaten im Web (Format egal), ohne offene Lizenz
1 SternDaten im Web (Format egal) mit offener Lizenz
2 SterneDaten in strukturiertem Format (z.B. Excel)
3 Sterne

Daten in strukturiertem, nicht proprietärem Format
(z.B. CSV statt Excel) 

4 Sterne

Verwendung von eindeutigen URLs, so dass Datensätze verlinkt
werden können 

5 Sterne 

Verlinkung der eigenen Daten mit anderen Daten, um Kontext
herzustellen

Wofür werden offene Daten genutzt?

Offene Daten können für nicht kommerzielle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Auf ihrer Grundlage können z.B. Forschungsvorhaben oder Datenjournalismus betrieben werden. Es können Webseiten und Anwendungen (Apps) entwickelt werden, die frei zur Verfügung stehen oder erworben werden müssen. Für das oben genannte Beispiel könnte z.B. in Kombination mit Geodaten eine App entwickelt werden, die anhand einer Karte Hamburgs die Verteilung von Vornamen nach Stadtteil und Jahr aufzeigt. Die Daten könnten zudem im Rahmen von soziologischer Forschung Verwendung finden.
Die Bereitstellung und Verwendung offener Daten führt aber nicht nur zu Ergebnissen, die mess- oder greifbar sind. Vor allem die Veröffentlichung von offenen Daten der Verwaltung (Open Government Data) ermöglicht eine transparente Verwaltung und kann so das Vertrauen in staatliches Handeln, die demokratische Willensbildung und die Bürgerbeteiligung fördern.


Quellen:
Wikipedia: Artikel zu „Open Data“, Abruf am: 13.07.2015
Bundeszentrale für politische Bildung [Hrsg]; Dietrich, Daniel: Dossier Open Data; Abruf am: 13.07.2015. Veröffentlicht unter CC-Lizenz: by/3.0/ Autor: Daniel Dietrich für bpb.de
OGD Weißbuch Österreich (2011); Hg.: M. Kaltenböck & T. Thurner - www.ogd2011.at. Online abrufbar unter: OGD Weißbuch, Kap. 6.2. Veröffentlicht unter CC-Lizenz BY 3.0 Oesterreich

 

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